Weihnachtsbaum-Haufen in NGC2264 und der Ringnebel M57 PDF  | Drucken |  E-Mail

Schon bevor das Projekt „Kugelsternhaufen“, welches wir gemeinsam mit der Fachgruppe Astrofotografie gestalten, beendet ist, wollen wir mit einem neuen Projekt an den Start gehen. Diesmal sollen nur die visuellen Beobachter angesprochen werden. Das beim Deep-Sky-Treffen 2010 geborene Projekt soll nicht durch die Vielzahl der Beobachtungsobjekte sondern vielmehr durch die Vielzahl an Beobachtungen Beachtung finden. Deshalb wurden ganz bewusst zwei bekannte Objekte gewählt, die vielleicht schon vorab im Beobachtungs- / Zeichenbuch vieler Beobachter zu finden sind: der Ringnebel M 57 und der mit dem Konusnebel assoziierte Weihnachtsbaumsternhaufen NGC 2264. Wir setzen auf eine sehr zeitnahe Projektaktualisierung durch einfachen Upload (Erklärung) der Ergebnisse von jedem Beobachter. Die Ergebnisse werden also nicht erst nach längerer Zeit am Ende des Projekts veröffentlicht. Wir sind der Auffassung, dass die niedrige Hemmschwelle etwas einzusenden (einfacher geht´s nicht) möglichst viele Sternfreunde anspricht. Durch nur zwei, sehr bekannte, Objekte hoffen wir auf eine rege Beteiligung und ein daraus resultierendes aussagkräftiges Ergebnis zur Sichtbarkeit in Abhängigkeit von Teleskop, Standort und Beobachter. Machen Sie beim Projekt aktiv mit und senden Sie uns Ihr Beobachtungsergebnis in Schriftform und/oder Zeichnung zu diesen beiden Objekten! Auf der laufend aktualisierten Projektseite sind die neuesten Beiträge jederzeit zu finden. Wer sich aktiv an dem Projekt beteiligen und seine Ergebnisse hochladen möchte, muss sich zunächst registrieren. Die Ergebnisse werden natürlich auch im VDS-Journal veröffentlicht. Hier noch ein paar Infos zu den Objekten:

Der Weihnachtsbaum - Haufen in NGC 2264

Der offene Sternhaufen befindet sich in etwa 2500 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Einhorn an der Position RA = 06h 41min DEC = +09° 53'.
Er ist mit dem visuell schwierigen Konusnebel assoziiert. Auf Fotos fällt auf, dass die Spitze des Christbaumes gerade die Spitze des Konus berührt, was ihm einen besonderen Reiz gibt. Haufen und Nebel zusammen tragen die Bezeichnung NGC 2264. Der Weihnachtsbaum - Haufen trägt auch die Bezeichnungen Mel 49, Cr 112 und H VIII 5. Die letzte der genannten Katalogeinträge weist auf seinen berühmten Entdecker hin: Es war Wilhelm Herschel. Der fand den Haufen am 18.1.1784 und gab ihm die genannte Bezeichnung. Der im Durchmesser 20 Bogenminuten große Haufen ist relativ locker aufgebaut. Der hellste der etwa 40 Sterne ist S Mon (=15 Mon) mit etwa 4,7 mag. Er befindet sich am Fuß des Baumes. Die übrigen Mitglieder befinden sich im Helligkeitsbereich der 8. Größe.

 

NGC 2264 von Michael Fritz, 130mm-Refraktor (Starfire f/6), 55fache Vergrößerung, Gesichtsfeld 55’, N oben, W rechts

Der Ringnebel M 57

Der in Amateurkreisen wohl bekannteste Planetarische Nebel hat für jeden Sternfreund etwas zu bieten. Schon die recht einfach zu lokalisierende Position zwischen den Sternen gamma und beta des Sternbildes Leier lädt zu einem Besuch bei diesem relativ hellen Objekt ein. Schon für den beginnenden Sternfreund stellt sich mit kleinem Teleskop bei M 57 ein schneller Beobachtungserfolg ein. Ab etwa 100facher Vergrößerung ist die charakteristische Form des Nebels erkennbar. Der Entdecker, Antoine Darquier de Pellepoix, beobachtete den PN 1779 erstmals. Er nutzte ein Teleskop mit gerade mal etwas mehr als 60mm Öffnung. Der Hauptkörper des PN misst etwa 60*80 Bogensekunden. Der den PN umgebende Halo lässt den Durchmesser des PN auf über 200 Bogensekunden anwachsen. Auf tiefen langbelichteten Fotografien tangiert der Halo des PN die Hintergrund Galaxie IC 1296 welche sich nordöstlich von M 57 befindet.  Im Kontext zu fast jeder Beobachtung des Ringnebels wird dessen Zentralstern genannt. Die Beobachtung hat schon zu manch kontroverser Diskussion innerhalb der Amateurszene geführt. Beobachtungen dieses etwa im visuellen 15mag hellen Zentralsterns wurden schon mit Öffnungen ab etwa 150mm erfolgreich durchgeführt. Fakt ist, dass der Stern in der Mitte des PN sicher nur bei gutem Seeing erkannt werden kann. Selbst mit sehr großer Öffnung von 500mm ist die Sichtung des etwa 120000°K heißen Zwergsterns keine Selbstverständlichkeit. Vielleicht bringen die Beobachtungsergebnisse innerhalb dieses Projekts nähere Aufschlüsse über die Sichtbarkeit des Zentralsterns.

 

M 57 von Uwe Glahn, 16" Newton, 720x, fst7m+, Seeing I-II