Fachgruppe Deep Sky

Fachgruppe Deep-Sky

Die Fachgruppe Visuelle Deep-Sky-Beobachtung (FGDS) wurde
als Fachgruppe der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) e.V. gegründet und ist eine von insgesamt 18 Fachgruppen der VdS.
Sie betreut Interessierte bei der visuellen Beobachtung, führt gemeinsame Beobachtungsprojekte durch, organisiert Tagungen und publiziert im VdS-Journal sowie anderen amateurastronomischen Zeitschriften. Informieren Sie sich über unser Angebot und schließen Sie sich uns an.

 
Neues FG-Beobachtungsprojekt PDF  | Drucken |  E-Mail

Schon bevor das Projekt „Kugelsternhaufen“, welches wir gemeinsam mit der Fachgruppe Astrofotografie gestalten, beendet ist, wollen wir mit einem neuen Projekt an den Start gehen. Diesmal sollen nur die visuellen Beobachter angesprochen werden. Das beim Deep-Sky-Treffen 2010 geborene Projekt soll nicht durch die Vielzahl der Beobachtungsobjekte sondern vielmehr durch die Vielzahl an Beobachtungen Beachtung finden. Deshalb wurden ganz bewusst zwei bekannte Objekte gewählt, die vielleicht schon vorab im Beobachtungs- / Zeichenbuch vieler Beobachter zu finden sind: der Ringnebel M 57 und der mit dem Konusnebel assoziierte Weihnachtsbaumsternhaufen NGC 2264. Wir setzen auf eine sehr zeitnahe Projektaktualisierung durch einfachen Upload (Erklärung) der Ergebnisse von jedem Beobachter. Die Ergebnisse werden also nicht erst nach längerer Zeit am Ende des Projekts veröffentlicht. Wir sind der Auffassung, dass die niedrige Hemmschwelle etwas einzusenden (einfacher geht´s nicht) möglichst viele Sternfreunde anspricht. Durch nur zwei, sehr bekannte, Objekte hoffen wir auf eine rege Beteiligung und ein daraus resultierendes aussagkräftiges Ergebnis zur Sichtbarkeit in Abhängigkeit von Teleskop, Standort und Beobachter. Machen Sie beim Projekt aktiv mit und senden Sie uns Ihr Beobachtungsergebnis in Schriftform und/oder Zeichnung zu diesen beiden Objekten! Auf der laufend aktualisierten Projektseite sind die neuesten Beiträge jederzeit zu finden. Wer sich aktiv an dem Projekt beteiligen und seine Ergebnisse hochladen möchte, muss sich zunächst registrieren. Die Ergebnisse werden natürlich auch im VDS-Journal veröffentlicht. Hier noch ein paar Infos zu den Objekten:

Der Weihnachtsbaum - Haufen in NGC 2264

Der offene Sternhaufen befindet sich in etwa 2500 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Einhorn an der Position RA = 06h 41min DEC = +09° 53'.
Er ist mit dem visuell schwierigen Konusnebel assoziiert. Auf Fotos fällt auf, dass die Spitze des Christbaumes gerade die Spitze des Konus berührt, was ihm einen besonderen Reiz gibt. Haufen und Nebel zusammen tragen die Bezeichnung NGC 2264. Der Weihnachtsbaum - Haufen trägt auch die Bezeichnungen Mel 49, Cr 112 und H VIII 5. Die letzte der genannten Katalogeinträge weist auf seinen berühmten Entdecker hin: Es war Wilhelm Herschel. Der fand den Haufen am 18.1.1784 und gab ihm die genannte Bezeichnung. Der im Durchmesser 20 Bogenminuten große Haufen ist relativ locker aufgebaut. Der hellste der etwa 40 Sterne ist S Mon (=15 Mon) mit etwa 4,7 mag. Er befindet sich am Fuß des Baumes. Die übrigen Mitglieder befinden sich im Helligkeitsbereich der 8. Größe.

 

NGC 2264 von Michael Fritz, 130mm-Refraktor (Starfire f/6), 55fache Vergrößerung, Gesichtsfeld 55’, N oben, W rechts

Der Ringnebel M 57

Der in Amateurkreisen wohl bekannteste Planetarische Nebel hat für jeden Sternfreund etwas zu bieten. Schon die recht einfach zu lokalisierende Position zwischen den Sternen gamma und beta des Sternbildes Leier lädt zu einem Besuch bei diesem relativ hellen Objekt ein. Schon für den beginnenden Sternfreund stellt sich mit kleinem Teleskop bei M 57 ein schneller Beobachtungserfolg ein. Ab etwa 100facher Vergrößerung ist die charakteristische Form des Nebels erkennbar. Der Entdecker, Antoine Darquier de Pellepoix, beobachtete den PN 1779 erstmals. Er nutzte ein Teleskop mit gerade mal etwas mehr als 60mm Öffnung. Der Hauptkörper des PN misst etwa 60*80 Bogensekunden. Der den PN umgebende Halo lässt den Durchmesser des PN auf über 200 Bogensekunden anwachsen. Auf tiefen langbelichteten Fotografien tangiert der Halo des PN die Hintergrund Galaxie IC 1296 welche sich nordöstlich von M 57 befindet.  Im Kontext zu fast jeder Beobachtung des Ringnebels wird dessen Zentralstern genannt. Die Beobachtung hat schon zu manch kontroverser Diskussion innerhalb der Amateurszene geführt. Beobachtungen dieses etwa im visuellen 15mag hellen Zentralsterns wurden schon mit Öffnungen ab etwa 150mm erfolgreich durchgeführt. Fakt ist, dass der Stern in der Mitte des PN sicher nur bei gutem Seeing erkannt werden kann. Selbst mit sehr großer Öffnung von 500mm ist die Sichtung des etwa 120000°K heißen Zwergsterns keine Selbstverständlichkeit. Vielleicht bringen die Beobachtungsergebnisse innerhalb dieses Projekts nähere Aufschlüsse über die Sichtbarkeit des Zentralsterns.

 

M 57 von Uwe Glahn, 16" Newton, 720x, fst7m+, Seeing I-II

 
Fachgruppenübergreifendes Projekt: Kugelsternhaufen

von: Daniel Spitzer


Nachdem vor einigen Jahren das gemeinsame Beobachtungsprojet "10 PN" von den Fachgruppen "Astrofotografie" und "visuelle Deep-Sky-Beobachtung" durchgeführt wurde, wird es wieder eine Kooperation zwischen diesen beiden Fachgruppen geben. Das Thema "Kugelsternhaufen"wurde auf der Fachgruppenleitertagung in Heppenheim von Peter Riepe als Schwerpunktthema für Ausgabe 35 des "Journals für Astronomie" vorgeschlagen. Einsendeschluss der Ergebnisse ist damit Juni 2010.
Bei dieser Objektklasse handelt es sich um sehr alte Objekte. dies bestätigt die geringe Metallizität der beherbergten Sterne, denn zum Zeitpunkt ihrer Entstehung gab es noch keine schweren Elemente, die erst in Fusionsprozessen in Sternen erbrütet werden müssen. Kugelsternhaufen (KH) befinden sich im Halo der Galaxie, zu der sie gehören, doch steigt die Zahl der KH in Richtung des galaktischen Zentrums (im Sternbild Sagittarius) hin an. Dennoch sind auch aus heimischen Gefilden, in denen der Schütze nicht weit über den Horizont steigt, viele Beobachtungen möglich! Man denke nur an M3, M5 und M13. Das Sternbild Ophiuchus hält viele Objekte bereit, befindet es sich doch in unmittelbarer Nähe zum Schützen. Auch KH in anderen Galaxien sind beobachtbar, z.B. Mayall II (auch G1 genannt) nahe der Andromeda-Galaxie M31. Ist es vielleicht fotografisch möglich, einige der vielen KH um die Galaxie M87 im Virgo-Haufen nachzuweisen?


Es handelt sich bei diesem Projekt um ein spannendes Thema - also: Machen Sie mit!

 



 

DST 2010/2011

Das Deep-Sky-Treffen 2010 ist gelaufen. Trotz wetterbedingter Anreiseschwierigkeiten fanden sich Deep-Sky-Freunde aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden im Hotel Sonnenblick zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch und zu vielen interessanten Vorträgen ein. Einige Impressionen des Treffens sind in unserer Galerie zu finden. Allen Referenten an dieser Stelle noch mal ein großes Dankeschön für die aktive Gestaltung des Treffens! Auf vielfachen Wunsch werden wir hier auf der Webseite in Kürze die Vorträge des DST  2010 zum Download zur Verfügung stellen. Wir konnten mit der Hotelleitung bereits den Termin für das Jahr 2011 festlegen.

Das DST wird vom 18.3. bis 20.3. 2011 wieder in Bebra im Hotel Sonnenblick stattfinden.

 

 

Vorträge der DST 2010

Math Heijen: Faszination Sterne : Sterne und Sternhaufen beobachten und verstehen (2,6 MB, PDF)

Uwe Glahn und Jens Bohle: Ausgetretene Pfade verlassen – neue Visuelle und Fotografische Ziele (4,4 MB, PDF)

Arndt Latussek und Michael Mushardt: "Grenzgrößen und Pupillendurchmesser reloaded“ (zweiteiliger Vortrag mit Messungen und den Auswertungen am Folgetag)

Bernd Gährken: Deepsky minimal: Zentralsterne im Fernglas

Daniel Spitzer: Entwicklungen in der FG Deep-Sky (0,3 MB, PDF)

Daniel Spitzer: Die OH um h- und chi-Persei und ihre visuelle Beobachtung

Frank Bewermeyer: Netzhaut statt Chip - Ein kleiner Abstecher in die visuelle Beobachtung (1 MB, PDF)

Jens Bohle: Kurzvorstellung Deep-Sky-Meeting in Indelhausen

Gerald Willems: Wechselwirkende Galaxien (18,8 MB, PDF)

Peter Eppich: Die persönliche Entdeckung von ESO 595-4 (Abell 66) (2,8 MB, PDF)

Peter Riepe: Wechselwirkungsphänome im System Messier 51

Peter Riepe: Bright Rims in H II-Regionen – was geht hier vor sich?

Stefan Schuchhardt: Nicht nur Astronomie - ein Reisebericht aus Namibia

Mark Hellweg: Einsatz von Schmalbandfiltern an der DSLR (4 MB, PDF)

Jens Leich: "Fast Stars" ~ Schneller Deep-Sky-Genuß in der eigenen Sternwarte* (6,4 MB, PPT)

Bernhard Hubl und Harald Strauß: Astro-Aufnahmen aus dem Salzkammergut (7,7 MB, PDF)


 

Wir bieten…

 

  • eine kostenlose Mitgliedschaft. Arbeiten Sie einfach aktiv an den Projekten der Fachgruppe mit. Eine Mitgliedschaft in der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) e.V. ist keine Voraussetzung, um bei der Fachgruppe dabei zu sein.


  • die Teilnahme an gemeinsamen Projekten. Für jeden Beobachter und für jedes Fernrohr hat die Fachgruppe passende Beobachtungsprojekte. Machen Sie bei den derzeitig laufenden Beobachtungskampagnen mit.


  • den Erfahrungsaustausch auf Treffen. Dort können Sie mit Gleichgesinnten Informationen austauschen, an Workshops teilnehmen, Vorträge anhören, oder als Neuling den Deep-Sky und die Fachgruppe einfach mal kennen lernen.


  • die Betreuung von Deep-Sky-Anfängern und Fortgeschrittenen. Egal, ob Sie sich erst seit kurzem für Deep-Sky interessieren und einfach mal bei uns hineinschnuppern wollen oder ob Sie bereits konkrete Fragen haben, die Fachgruppe versucht Ihnen weiterzuhelfen.

…mehr zu Deep-Sky erfahren!

Die VdS-Fachgruppe Visuelle Deep-Sky-Beobachtung ist eine Organisation ohne Geschäfsinteressen, von Amateuren für Amateure. Alle Beteiligten führen ihre Arbeit ehrenamtlich aus.